Inhalt

Bei Sanierung entscheiden oft wirtschaftliche oder energetische Gesichtspunkte über den Austausch von Fenstern. Der Aspekt der Nachhaltigkeit sowie der baukulturelle Aspekt treten meist in den Hintergrund. Bisher wurde meist nur fachspezifisch entschieden. Die Ergebnisse waren entsprechend einseitig motiviert.

Im Sinne einer umfassenden Nachhaltigkeit gilt es, die Erhaltung und Sanierung der bestehenden Fenster gesamtheitlich zu werten.

Im Forschungsprojekt Fenstervergleich werden wir daher:

  • das energetische Potential der Verglasungsarten von Fenstern definieren;
  • Kostenvergleiche der verschiedenen Maßnahmen durchführen;
  • sozialverträgliche Lösungen bei der energetischen Sanierung von Fenstern aufzeigen;
  • besondere architektonische und städtebauliche Qualitäten (zum Beispiel Baudenkmale und Denkmalensembles) berücksichtigen;
  • Instrumente zur Durchführung und Verbreitung der Ergebnisse entwickeln, wie z.B. Leitfaden, Maßnahmenblätter als Anregung für private Grundstückseigentümer und Investoren;
  • Energieeffizienzsteigerung mit der Wahl einer wirtschaftlichen Lösung verbinden.

 

3 TeilBereiche

Team

Die energetische Betrachtung erfolgt unter der Leitung von Prof. Dr.- Ing. Susanne Rexroth, FB I Regenerative Energien, HTW Berlin

fenstervergleich.htw-berlin.de

 

Ziele

  1. das unter realen Bedingungen gemessene energetische Potential der Verglasungssysteme von Fenstern zu definieren
  2. die Messergebnisse vergleichend zu werten
  3. die zu erwartenden Heizenergiegewinne als Effizienzmaßnahme hinsichtlich CO2-Einsparung zu bewerten

 

Vorgehensweise

  • 18-monatige Messungen an Outdoortestständen

 

  • Referenzmessung in der Doppelklimakammer

 

  • Simulation von: Klimarandbedingungen, Fassadenausrichtung, Verglasungsanteil, Sonnenschutz, Wärme-/Feuchtespeicherfähigkeit der Wand, Luftwechselrate, Dämmstandard der Bauteilanschlüsse, Modellbildung (dynamische Simulation) hinsichtlich energetischer und bauphysikalischer Kriterien

 

Vergleich von folgenden Verglasungsarten von Fenstern:

  1.  Einfachverglasung mit Floatglas;
  2.  2-fach-Isolierverglasung;
  3.  3-fach Wärmeschutzverglasung;
  4.  Verbundfenster;
  5.  Kastenfenster;
  6.  Vakuum-Isolierverglasung;
  7.  Sonnenschutzverglasung;
  8.  Einschubfenster.

Team

Die ökonomische Betrachtung erfolgt unter der Leitung von Prof. Dr. rer. Pol. Kristin Wellner, Fachgebiet Planungs- und Bauökonomie / Immobilienwirtschaft, TU Berlin

www.immobilienwirtschaft.tu-berlin.de

 

Ziele

  1. Kostenvergleiche der verschiedenen Maßnahmen der Sanierung auszuwerten
  2. Startinvestionskosten, Nutzungskosten und Wartung auszuwerten
  3. Die Ergebnisse vergleichend zu werten

 

Vorgehensweise

  • Auswertung von mindestens 40 abgerechneten Projekten hinsichtlich aller Sanierungskosten einschließlich Nebenarbeiten mit Hilfe der Barwertmethode.
  • Begleitinterviews und Objektbesichtigungen zur qualitativen Einschätzung der erfolgten Maßnahmen.

 

Berücksichtigung weiterer Kriterien

1. Pflege- und Instandsetzungkosten (Lebenszyklusansatz) während der Nutzungsphase
2. energetische Aspekte hinsichtlich der Folgekosten und des Immobilienwertes
3. steuerliche Effekte (Normale vs. Denkmal-AFA vs. Sofortabschreibung)
4. mietwohnrechtliche Effekte (Umlagen auf die Mieter bei energetischer Sanierung)
5. gestalterische/denkmalpflegerische Aspekte hinsichtlich des Immobilienwertes
6. Gebrauchseigenschaften

Team

Die baukulturelle Betrachtung erfolgt unter der Leitung von Prof. Dr. rer. Pol. Kristin Wellner, Fachgebiet Planungs- und Bauökonomie/ Immobilienwirtschaft, TU Berlin

www.immobilienwirtschaft.tu-berlin.de

 

Ziel

  1. Nutzerbasierte Untersuchung verschiedener Fensterarten in Bezug auf ihre Gebrauchsqualität
  2. Betrachtung des Einflusses der Nutzerperspektive auf Entscheidungsprozesse (Sanierung, Anmietung)

 

Vorgehensweise

  • Leitfadeninterviews mit Nutzern, Mietern und Bestandhaltern
  • qualitative Auswertung der Interviews

Unser besonderer Fokus gilt daher der interdisziplinären Zusammenführung und Bewertung unserer Forschungsergebnisse.

Ziel ist, die Potentiale möglicher Energieeffizienz­steigerungen verschiedener Fenstervarianten mit der Wahl einer wirtschaftlichen und anwenderfreundlichen Lösung zu verbinden und zugleich baukulturellen Ansprüchen zu genügen.

JETZT MITMACHEN!

 

Das Vorhaben „Fenstervergleich“ (Projektlaufzeit: 01/2017 bis 10/2019) wird im Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE) gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Landes Berlin (Verbundvorhaben Förderkennzeichen 1114-B5-0 und 1145-B5-O)

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